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Vermarktung der Natur

Kostenwahrheit in der Marktwirschaft

Hans Perting, Apotheker aus Mals, berichtet folgendes:

1994 schrieb Otto Schily, der ehemalige deutsche Innenminister, ein Buch, das sich mit der Vermarktung der Natur befasst: "Flora, Fauna und Finanzen" (Hoffmann und Campe Hamburg).
Hier sein Fazit: „In der Landwirtschaft wird der notwendige ökologische und soziale Strukturwandel nur zu erreichen sein, wenn wir versuchen, durch gesellschaftliche Vernunft, durch kooperative Verbindungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern, -einen sinnvollen Umgang mit Geld zuwege zu bringen. Das wäre dann sozusagen der ökologische, soziale, kulturelle, aber auch ökonomische "Befreiungsschlag". Der Markt sollte nicht durch
Preissubventionen "geordnet" werden (in Wahrheit wird er dadurch in Unordnung gebracht), sondern durch strikte Normen und sonstige staatliche Maßnahmen, die die Einhaltung der Regeln für umweltverträgliche Anbau- und
Viehhaltungsmethoden sicherstellen. Dazu gehören neben Verboten und Geboten (unter anderem Bestandsobergrenzen für die Viehhaltung, Verbot nicht artgerechter Massentierhaltung) auch jährlich linear ansteigende Abgaben auf Mineraldünger- und Pestizideinsatz. Die ersparten Agrarsubventionen sollten durch Steuersenkungen in der gleichen Größenordnung den Verbrauchern zugutekommen, die jedoch an die Bauern höhere Preise für die nach ökologischen Grundsätzen hergestellten Agrarerzeugnisse zu zahlen hätten.“

Anmerkung von Bernhard Oberauch:

Diese Vorschläge sind im Sinne der Gemeinwohl-Ökonomie:
Die Marktwirschaft funktioniert dann, wenn es Kostenwahrheit gibt. Es ist Aufgabe der Gemeinschaft (Staaten, Länder), die Rahmenbedingungen so zu regeln, dass wirtschaftliche Akteure, die soziale und ökologische Belastungen verursachen, benachteiligt werden, und dass solche, die etwas Gutes für das Gemeinwohl tun, begünstigt werden.

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